Skip to main content

Achtung: 1,5V Lithium Ionen Akku explodiert!

Lithium-Ionen Akkus stehen im Gegensatz zu anderen Akkutypen seit jeher unter der Kritik, bei ungünstigen Bedingungen zu Bränden oder gar Explosionen zu neigen. Leider müssen wir aus aktuellem Anlass eine Warnung für den Kratax 3500 mWh Akku aussprechen. Der Akku hat sich in unserem Zyklen Test ohne Vorankündigung explosiv zerlegt.

Der Akku hatte nach 720 Zyklen noch eine Kapazität von 2639mWh und damit noch knapp 81 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität. Nach Zyklus 720 wurde der Akku mit 5 Volt geladen. Der Ladestrom in der CC-Ladephase (Constant Current) wurde vom Akku selber auf ca. 420mA begrenzt. Nach ca. 30 Minuten in der CC-Phase kam es zur plötzlichen Explosion, ohne dass an den vorherigen Messwerten (Spannung, Strom) eine Unregelmäßigkeit zu erkennen war. Auch die vorhergehenden Zyklen zeigen keine Auffälligkeit. Der Schaden ist also völlig unvorhersehbar eingetreten.

Die Hitzeentwicklung war ausreichend, um z.B. einen Wohnungsbrand auszulösen, glücklicherweise führen wir unsere Tests in einem gesicherten und brandgeschützten Umfeld durch, nachdem bereits vor einigen Jahren ein Jugee 3000 mWh verpufft ist. Der Akku wurde aus der Halterung geschleudert und hat sich in Teile zerlegt.

Wie gefährlich sind 1,5 Volt Lithium-Ionen Akkus nun wirklich?

Der Vorfall zeigt, Akkus sind nie ganz ohne Risiko und sollten immer mit Bedacht verwendet werden. Wir haben in unseren Tests über viele Jahre bereits 10.000te Ladevorgänge mit dieser Art von Lithium-Ionen Akkus gemacht und in der gesamten Zeit kam es zu zwei gefährlichen Ausfällen. Ist das nun viel und gefährlich oder extrem selten? Hätten beide Ausfälle zu Hausbränden, womöglich mit Personenschaden, geführt, muss man leider konstatieren, dass diese Art von Akkus im warten Sinne des Wortes brandgefährlich sind.

Aus diesem Grund empfehlen wir Akkus dieser Art ausschließlich unter Aufsicht und oder in speziellen Sicherheitsbehältern zu laden.

Wie kann man das Risiko reduzieren?

Ein Laden ohne Sicherheitsbehälter ist unter keinen Umständen zu empfehlen, allerdings gibt es auch noch weitere wichtige Regeln, mit denen die Gefahr deutlich reduziert werden kann:

  • niemals mit einem unpassenden Ladegerät verwenden, am besten das Ladegerät des Herstellers verwenden, vor allem wenn man sich nicht 100 Prozent auskennt und weiß, was man tut.
  • Akkus, die nicht mehr die volle Kapazität haben aussortieren. Vor diesem Vorfall hätten wir geraten, Akkus dann zu entsorgen, wenn Sie nur noch 80 Prozent Ihrer Kapazität haben. Nach diesem Vorfall ist es sinnvoller, die Akkus bereits zu entsorgen, wenn Sie nur noch 85 oder besser 90 Prozent Ihrer Kapazität haben.
  • keine sichtbar aufgeblähte oder beschädigte Akkus laden
  • Akkus nicht bei hohen Temperaturen oder gar Sonneneinstrahlung laden
  • Akkus nicht ohne Aufsicht laden

Wichtig ist zu verstehen, dass die Gefahr hauptsächlich vom Ladevorgang ausgeht. Natürlich können beschädigte oder tiefentladene Akkus unter bestimmten Umständen auch beim Entladen zur Gefahr werden, allerdings ist das extrem selten und bei uns auch noch nie passiert. Mit anderen Worten: zur Nutzung der Akkus würde ich die 1,5 Volt Lithium-Akkus bedenkenlos auch in Kinderspielzeug zum Einsatz bringen, zum Laden aber haben diese Art von Akkus im Kinderzimmer nichts verloren!

Nur ein Problem von Kratax?

Es stellt sich natürlich jetzt die Frage, sollte man die Kratax 3500 mWh meiden? Sollte man die Hixon 3500 mWh vom gleichen Hersteller ebenfalls meiden?
Es gibt die Vermutung, dass die Kratax eine B-Sortierung der Hixon Akkus sind. Der Schaden ist zwar ein weiteres Indiz für diese These, allerdings ist unser Hixon 3500 mWh Akku (blau) aktuell noch bei Zyklus 740 (18.09.2023) und es wird sich zeigen, was hier zum Ende seiner Lebensspanne passiert. Sein Vorgänger der Hixon 3500 mWh (orange) bestand den Zyklentest ohne Probleme (siehe Diagramm weiter oben).
Dennoch bin ich der Meinung, dass man beide Akkus unter den genannten Sicherheitsbedingungen – die aber für absolut alle Akkus dieser Art gelten sollten – bedenkenlos verwenden kann. Man darf nicht vergessen, dass in den allermeisten Anwendungen diese hohe Anzahl an Zyklen nicht erreicht wird und die allermeisten Ladevorgängen in unseren Tests nicht so spektakulär enden sondern einfach nur mit einen vollen Akku erzeugen.

Schreibt uns doch gerne Eure Erfahrungen und Meinung in die Kommentare. Gerade bei diesem Thema ist es hilfreich, viele Erfahrungen zu sammeln. Vielen Dank.


Kommentare

C.K 13. November 2023 um 18:41

Dann nutze ich lieber NIMH Akkus mit 1,2 Volt die kann man in das Ladegerät legen und Laden lassen ich habe noch nie 1,5 Volt Lithium Lonen Alkus benutzt und werde es auch nicht.

Antworten

Andhar 26. Januar 2024 um 9:15

Mir ist bisher nur ein einziges Mal ein Li-Io-Akku um die Ohren geflogen – und das durch meine eigene Schuld. Es handelte sich dabei um ein Fahrradrücklicht, welches ich zusammen mit einem Handy über einen USB-Verteiler geladen hatte. Blöderweise stellte sich der Verteiler auf die Ladespannung des Handys ein, welche bei mehr als 5V lag (war ein Huawei irgendwas – ich glaube, das lud mit 9V und den Verteiler hatte ich natürlich an dem Netzteil vom Handy). Nach einigen Minuten, ich saß mit dem Rücken zu dem Ding, hörte ich hinter mir nur einen lauten Knall und hatte glimmende Reste überall verteilt, auch auf mir selbst. Ist aber zum Glück nix passiert, außer ein paar winzige Löcher in der Kleidung. Seit dem achte ich immer darauf, dass ich nur Li-Io-Akkus verwende, die entsprechende Schutzschaltkreise besitzen, aktuell auch welche von Hixon.

Antworten

Tobias Bischof 26. Januar 2024 um 10:18

Danke für Deinen Erfahrungsbericht. In der Regel erreicht man bei normaler Nutzung auch nicht das zyklenbedingte Ende eines Akkus, es gibt natürlich auch andere Ursache die zum Abrauschen eines Akkus führen können, aber in unseren Tests war es bisher immer so, dass die Probleme mit dem zyklenbedingten Alterungsprozess zu tun hatten. In der Praxis wird es eher so sein, dass eine falsche Handhabung, vor allen wie von Dir erwähnt die Nutzung falscher Ladegeräte die Hauptursache für entsprechende Probleme ist…

Antworten

Vojtech 15. Juli 2025 um 12:38

Es gibt noch ein Nachteil von diesen Akkus – es ist die Hochfrequenzstörung von dem DC-DC Wandler. Die Spannung hat eine RF Störung dazu superponiert und das könnte zum Probleme (zb. in der Benutzung in Radio oder Audio Equipment) führen. Wenn die Interessen darauf hier jemand haben wird, ich kann eine Messung von der Störung aus AA Powerowl Pro (Amazon Brand ?) aus der Spektrumanalyzer versenden. In der Praxis war die MW und SW nicht brauchbar, wenn diese Akkus in dem Radio benutzt werden.

Antworten

Tobias Bischof 15. Juli 2025 um 17:44

Vielen Dank für die wertvollen Infos, das Problem ist grundsätzlich bekannt und wir würden das auch gerne mit testen. Allerdings haben wir aktuell noch ein Testverfahren entwickelt, mit dem wir zu diesem Problem zuverlässig eine vergleichbare Aussage machen können, welche Akkus mehr oder weniger von dem Problem betroffen sind. Wenn Sie dazu etwas Beitragen können, melden Sie sich gerne bei uns über die E-Mail Adresse aus dem Impressum.
Vielen Dank

Antworten

dienst 5. Januar 2026 um 10:15

Wie schaut es denn mittlerweile aus?
Gab es seither bei euch noch weitere Vorfälle?
Ich habe mir xtar-Akkus gekauft und frage mich, welchem Risiko ich mich hier aussetze.

Antworten

Tobias Bischof 5. Januar 2026 um 14:09

Es gab bisher keinen weiteren extremen Zwischenfall, obwohlö seither sicher wieder weit über 10.000 Zyklen in Summe zusammengekommen sind, davon viele Zyklen auch bei älteren Akkus die bereits stark zyklenbelastet sind. Allerdings gab es einen kleinen „Vorfall“ mit einem tka AAA Akku mit USB-C Buchse, hier kam es beim Laden zu einer Überhitzung (aber eher der Elektronik) so das Kunststoffteile geschmolzen sind, eine Brandentwicklung gab es allerdings nicht.

Antworten

Andreas Wolff 9. Januar 2026 um 10:16

Erstmals in 12/2023 ist mir ein Kratax-Akku explodiert (Kauf zwischen 03 und 05/2023), danach habe ich die Akkus nur noch im Freien geladen. Seit einigen Monaten habe ich sie dann unter Aufsicht auch drinnen geladen. Vor zwei Tagen ist erneut ein Akku explodiert, erfreulicherweise habe ich nicht daneben gesessen. Die Schäden waren aber auch so nicht unerheblich, erfreulicherweise ist kein Brand ausgebrochen. Kann man solch brandgefährliche Produkte irgendwo melden?

Antworten

Tobias Bischof 9. Januar 2026 um 11:17

Interessant, waren die Akkus denn schon etwas älter? In welchem Ladegerät wurden die Akkus geladen?

Antworten

Andreas Wolff 9. Januar 2026 um 11:37

Kauf zwischen 03 und 05/2023. Geladen habe ich in den Originalladegeräten. s.a. Bilder https://hidrive.ionos.com/share/dwwcgs5u4y

Antworten

Andreas Wolff 9. Januar 2026 um 11:38

Seit dem Kauf mehr oder weniger im Dauereinsatz 6 Stunden/Tag in LED-Kerzen.

Antworten

Tobias Bischof 9. Januar 2026 um 17:59

oh das sieht krass aus mit dem Holzboden usw. wirklich gefährlich. Bei uns ist das ja erst nach extrem vielen Zyklen passiert, kannst Du grob schätzen wie oft der Akku geladen wurde?

Antworten

Andreas Wolff 11. Januar 2026 um 12:19

Nach nochmaligem überlegen war eines der explodierten Akkus vorher in unserem Türschloss. Die habe ich maximal alle drei Monate geladen, können vorher aber auch anderweitig im Einsatz gewesen sein. Ich schätze es waren zwischen 50 und 100 Zyklen, vielleicht aber auch deutlich weniger…

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *